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Die Kreativ-Lüge: Effizienz ist nicht gleich Wert

24. Juni 2026

Die Verpflichtung zur KI-Deklaration bei den Cannes Lions berührt einen echten Elefanten unter den Fragen im Raum: Bemessen wir den Wert kreativer Leistung eigentlich noch mit den richtigen Maßstäben? Wir verwechseln Effizienz mit Wertschöpfung. Ein Problem, das viele Unternehmen bis heute nicht gelöst haben. Weil sie es nicht mussten.

Über Jahrzehnte wurde kreative Leistung oft über Aufwand bewertet und abgerechnet. Wie viele Menschen waren beteiligt? Wie lange hat die Produktion gedauert? Wie viele Assets sind am Schluss rausgepurzelt? Generative KI-Tools stellen diese Logik auf den Kopf. Plötzlich können auf Tastendruck Ergebnisse entstehen, für die früher Tage oder Wochen notwendig waren. Und natürlich Kreative. Das führt unausweichlich zu einer Frage: Ist kreative Arbeit weniger wert, weil sie schneller entstanden ist?

Ich glaube nicht. Im Gegenteil. Wenn Routinearbeiten automatisiert werden, verschiebt sich der Wert auf das, was schon immer den Unterschied gemacht hat: die Qualität der Idee, das strategische Denken, und das Verständnis für Menschen, Marken und Kultur.

Deshalb ist die KI-Deklaration nicht nur eine Transparenzfrage. Sondern eine zwingende Gelegenheit, unsere Vorstellung von kreativer Leistung und unseren Umgang damit neu zu definieren. Vielleicht ist genau das längst überfällig.

Die Meinungen weiterer Branchenvertreter findet ihr hier.

Raoul Ernesto Baumgaertner

Executive Creative Director

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